Denkmalgeschützte Gesamtlösung - Krupp-Reste zusammenhängend sichern!
Sonntag, 23. April 2006 18:43
Alter: 15 Jahre



Kategorie: Natur- und Umweltschutz


Denkmalgeschützte Gesamtlösung

1. Logport verdrängt denkmalgeschützte Krupp-Bauten

Ein Abrißantrag der Logport-Gesellschaft liegt vor (WAZ Nr. 80). Sie drän­geln zwar nicht (WAZ Nr. 81), aber sie verfolgen hartnäckig ihre Logistik-Interessen (wie bei der Osttangente!). Für die Logistik-Lobby ist jede alter­native Nutzung auf dem ehemaligen Krupp-Gelände störend.
Das gilt für die ehemalige Krupp-Hauptwerkstatt (WAZ Nr. 78).
Das gilt aber ebenso für das ehemalige Krupp-Casino, die von der Uni­versität (IUTA) genutzten Gebäude und die ebenfalls denkmalgeschützte Krupp-Villensiedlung in Bliersheim.
Insofern besteht berechtigte „Sorge um Bliersheim“ (WAZ Nr. 84).

Daher: Auf weitere Logport-Vorstöße zum Abriß der „Krupp-Reste“ kann gewartet werden. Ein überdeutlicher Fingerzeig ist die offensichtliche Un­willigkeit (Unfähigkeit?), die Kruppsche Villenkolonie grundlegend zu sa­nieren und einer alternativen Nutzung zuzuführen.

Deshalb: Die Krupp-Reste sind in ihrer Gesamtheit zu sehen. Sie sind daher auch örtlich als gemeinsamer Komplex zu erhalten. Insofern ist der Vorstoß zur Verlagerung (nicht „Erhalt durch Abriß“. ECHO WEST Nr. 173) der Krupp-Hauptwerkstatt zu begrüßen, aber als Verlagerung bzw. Versetzung (Wochenanzeiger Nr. 31) auf dem jetzigen Logport-Gelände hin zu den anderen restlichen Krupp-Gebäuden im Kreuzungsbereich von Bliersheimer Straße und Gaterweg.

Es reicht also nicht aus, die ehemalige Hauptwerkstatt aus dem jetzigen Bereich der Automobil-Logistik herauszunehmen und irgendwo einzu­lagern. Vielmehr müssen wir darauf drängen, dass die aus der Krupp-Zeit vorhandenen Gebäude möglichst in einem Ensemble zusammengefaßt werden (also die Villenkolonie in Bliersheim, das jetzige IUTA (ehemalige Versuchsanstalt), das ehemalige Krupp-Casino und die alte Krupp-Hauptwerkstatt). Nur dann werden die Einzelbereiche als denkmalge­schützte Gesamtlösung vor dem platzgierigen Zugriff der Logport-Lobby­isten sicher sein (die gewiß versuchen werden, sämtliche Quadratmeter auf dem Gelände für ihre einseitige Zweckorientierung zu verbrauchen.


2. Logport bestellt und zahlt

„Ist die Werkstatt einmal abgerissen, wird sie nie wieder aufgebaut.“ (stadt-panorama, 19.04.2006), so die Bezirksvorsteherin Katharina Gottschling (CDU). Recht hat sie! Also hilft nur eine Verlagerung bzw. Versetzung, und zwar auf dem Logport-Gelände.

„Das kostet Geld, viel Geld. Wer hat das?“ (K. Gottschling).
Da sind zuerst die Logport-Gesellschaft und die interessierten Einzel­firmen als Geldgeber anzusprechen. Wer bestellt, der zahlt auch nach altem Brauch.
Dann ist Thyssen-Krupp in seiner Verantwortung für das Krupp-Erbe (WAZ Nr. 78) als Finanzier anzusprechen.
Die „Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung“ ist auch von ihren Förderschwerpunkten her eine mögliche ideelle und materielle Unterstützerin.
Weiterhin ist die „NRW-Stiftung Natur - Heimat - Kultur“ eine mög­liche Förderin. Nach ihren Fördergrundsätzen fördert sie „... Maß­nahmen zur Erhaltung und Sicherung von unter Natur- oder Land­schaftsschutz stehenden oder dafür geeigneten Flächen von Denkmälern und von Kulturgütern und zu deren naturschutz- und denkmalgerechten Nutzung (Objektförderung) sowie Projekte (z. B. Veranstaltungen und Veröffentlichungen) zum Naturschutz und zur Heimat- und Kulturpflege (Projektförderung).“ (§ 2 Fördergrundsätze).
Wenn im Zuge der Umsetzung der Krupp-Hauptwerkstatt die vorhandene Begrünung des Krupp-Ensembles gesichert und vielleicht noch ein Grünzug hin zum Naturschutzgebiet Rheinaue Friemersheim geschaffen wird (vgl. RP Nr. 143 / 23.06.1993; WAZ Nr. 144 / 24.06.1993), dann ist zusätzlich das Naturschutz-Anliegen der NRW-Stiftung angesprochen.


3. Über Parteigrenzen hinweg auf Bezirksebene/Stadtebene wirken!

„Dabei sei ‚an den Erhalt des alten Gebäudes gedacht und an eine sinnvolle Einbindung der baulichen Substanz in ein neues Nutzungskonzept. Mit dieser Idee, den architektonischen Bestand der alten Hauptwerkstatt zu sichern, verfolgen die Fraktionen SPD und der FDP / Bürgerlich Liberale das Ziel, Historisches zu aufzuarbeiten, dass die Nachwelt versteht, wie Arbeitsleben einmal funktioniert hat‘.“ (WAZ Nr. 78).

Zu fordern und zu fördern ist ein neues Nutzungskonzept für die beschrie­bene denkmalgeschützte Gesamtlösung der Krupp-Reste. Das erfordert
- über Parteigrenzen hinweg - das Engagement aller Parteien im Bezirk und im Rat der Stadt Duisburg. Unsere Stadt sichert ihr Kruppsches Kultur-, Heimat- und Naturerbe für unsere Nachkommen. Das ist aller Anstren­gungen wert.






Dateien:

20060423_denkmalgeschuetzte_gesamtloesung.pdf94 K

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