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  • Schwerpunktthema: Geplantes Steinkohlekraftwerk der Fa. Bayer AG, Werk Uerdingen (Trianel Projektgesellschaft)
    Dienstag, 22. Januar 2008 17:26
    Alter: 17 Jahre



    Kategorie: Natur- und Umweltschutz


    fSchwerpunktthema: Geplantes Steinkohlekraftwerk der Fa. Bayer AG, Werk Uerdingen (Trianel Projektgesellschaft)

    - Einige wesentliche Fragen zur Aufklärung der betroffenen Bürger und Bürgerinnen [Entwurf] -

    1) Wird überhaupt ein derart riesiges Bayer-Kraftwerk (Trianel) an diesem Standort benötigt? (zentrale Frage)

    Die GRÜNEN machen - endlich - wieder einmal eine umweltpolitisch richtige Feststellung: „Für den von Bayer benötigten Dampf könne man auch ein kleines dezentrales und hocheffizientes Gas-Dampfkraftwerk bauen." (RP Nr. 41; WAZ Nr. 40).

    In der wenig nachbohrenden Befragung vor dem Umweltausschuss der Stadt Duisburg kam immerhin ein Mangel des geplanten Kohlekraftwerkes zu Tage: Die Bayer-Chemie in Uerdingen benötigt nur 15 % der Abwärme als Prozesswärme (-dampf). Das geplante Kraftwerk ist also für den Bayerbedarf mehr als sechsfach zu groß geplant („Gigantomanie")!

    - Das ist keine Kraft-Wärme-Kopplung. Das ist altbekannte Energieverschwendung der Kohlekraftwerke.

    2) Was geschieht mit den beiden Altkraftwerken von Bayer-Uerdingen? Derzeit werden auf dem Bayer-Gelände noch zwei fast 50 Jahre alte Kohlekraftwerke mit einer Reihe von veralteten Heizkesseln betrieben.

    Über deren Nutzung nach Anlaufen des Kraftwerkneubaus wird nichts ausgesagt. Werden sie abgerissen?

    Wie sieht die Emissionsbilanz aus, wenn die Emissionen des Neubaus gegen die der stillzulegenden Altkraftwerke aufgerechnet werden?

    3) Wie wirkt sich der Kraftwerksneubau auf die bereits überhöhten Immissionswerte im Duisburger Süden und Westen aus?

    - Wie hoch sind die Emissionsmengen aller bedeutsamen Komponenten des Kraftwerksprozesses (CO2; Schwefelverbindungen; Stäube, speziell Feinstäube [250.000 t Kohledurchsatz/Monat!]

    a) gemessen am Kaminaustritt,

    b) gemessen als Gesamtemissionen des Geländes (gesamte Betriebsgebäude [Kessel-/Maschinenhaus etc.] einschließlich Halden etc.)?

    - Wie hoch sind speziell die Emissionen von dem Kohlelager (Abwehungen) und die Abwehungen aus der Transport- und Umschlagtätigkeit der Kraftwerkskohle einzuschätzen?

    Denn: „Der für gut einen Monat ausreichende Kohlebedarf von 250.000 Tonnen [!!] hat eine Dimension von 250 Meter Länge, knapp 100 Meter Breite und 20 bis 30 Meter Höhe." (RP Nr. 32).

    Die hohen Umweltbelastungen aus nicht eingehausten Transport-, Umschlag- und Lagerungstätigkeit sind im Duisburger Westen und Süden bestens bekannt. Erinnert sei an die Thalliumbelastung (Rattengift) aus den Sachtleben-Deponien, den Schwermetall- und Staub-

    belastungen aus der Deponie Krupp-Rockelsberg, die hochgiftigen Dioxin-Einträge im Duisburger Süden usw.

    4) Sind von unabhängigen Fachleuten bereits Berechnungen angestellt worden, wie sich aus meteorologischer/kleinklimatischer Sicht bei den einzelnen relevanten Komponenten der zusätzliche Schadstoffeintrag auf das Stadtgebiet Duisburgs auswirken wird?

    - Wie sehen dazu die Prognosen des Wetteramtes Essen/Mülheim für die zukünftige Windverteilung an der Bayer-Grenze Krefeld - Duisburg aus?

    5) Wie stellt sich der Einfluss dieser zusätzlichen Überbauung (Kraftwerksgebäude/-gelände) und der großräumigen (toten) Kohlehalden auf die Frischwindzufuhr aus dem Westen, Südwesten und Süden an der Bayer-Werksgrenze auf das Duisburger Stadtgebiet dar?

    6) Besteht überhaupt ein thermischer Spielraum für eine zusätzliche Aufheizung des Rheins unterhalb Krefeld-Uerdingen durch die geplante Flußwasserkühlung des Bayer-Kraftwerkes? Annähernd 50 % der eingesetzten Energie (Kohle) werden als Kühllast das Rheinwasser aufheizen.

    - Wie hoch wird die zusätzliche Aufheizung bei Normalwasser sein?

    - Wie wirkt sie sich auf die Wassertemperatur des Rheins im Sommer bei Niedrigwasser und schon bestehender Aufwärmung aus?

    - Besteht da nicht die Gefahr eines „Umkippens" des ganzen Rheinwassersystems?

    7) Wie sehen die erheblichen großklimatischen Schadwirkungen des geplanten Kohlekraftwerkes insbesondere hinsichtlich des CO2-Ausstoßes aus?

    - Welche Mengen werden täglich, wöchentlich, ..., jährlich in die Atmosphäre abgegeben?

    - Wie werden sich die CO2-, NOx-, O2- und sonstigen Gasanteile im Duisburger Raum beim Anlaufen dieses neuen, zusätzlichen Großemittenden darstellen?

    8) Warum setzt Bayer auch nicht ansatzweise auf alternative, neue Energien (z. B. Windkraftwerke auf seinen Deponien)?

    Das sind nur einige der Fragen, die sich beim Lesen der bisherigen Presseberichte ergeben.

    - Für zusätzliche kritische Anregungen, Fragen usw. bedanken wir uns im voraus.

    - Ebenfalls sind Materialhinweise, Informationen zu einschlägig tätigen Umweltgruppierungen (gegen Maxi-Kraftwerke, gegen zusätzlichen Einsatz fossiler Energien, ...) willkommen.

    NS.: Was ist ein „Park"? Ein Park ist nach DUDEN eine „große Grünfläche mit sehr vielen Bäumen und mit Buschwerk" (DUDEN Bd. 10. Das Bedeutungswörterbuch, Mannheim ... (1970)).

     

    Eine Chemie-Fabrik wie Bayer-Uerdingen als „Chemie-Park" zu bezeichnen, ist eine Frechheit und zudem eine Sprachverhunzung. Die Bürger/-innen sollten dieses Werk der Bayer AG immer als das bezeichnen, was es ist: eine Chemiefabrik (mit all den allergisierenden, giftigen, stinkenden, explosiven, krebserzeugenden, erbgutverändernden Arbeitsstoffen, die dort eingesetzt werden oder die als Reaktionsprodukte im Produktionsprozess entstehen!). --






    Dateien:

    20080122_schwerpunktthema_geplantes_steinkohlekraftwerk.pdf94 K

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